Am Samstag, den 22. August 2026, wurde Herzebrock zum Schauplatz eines ganz besonderen Meilensteins in der koreanischen Schwertkunst SillaGumDo. Nach einer intensiven Vorbereitungsphase, die bereits am Freitag mit dem reibungslosen Aufbau der Halle begann, stellten sich fünf Prüflinge einer hochkarätig besetzten Prüfungskommission, um die nächsthöhere Graduierung zu erlangen. Zwischen tiefem Respekt vor der Klinge, spürbarer Nervosität und absolutem Fokus erlebten die Teilnehmer und Zuschauer eine fünfstündige Demonstration von Disziplin, technischer Präzision und mentaler Stärke, die am Ende mit einem außergewöhnlichen Erfolg belohnt wurde.
Hochkarätiges Prüfungskomitee aus dem In- und Ausland
Für diese bedeutende DAN-Prüfung reiste das Gremium extra am Samstagmorgen an. Die Abnahme der anspruchsvollen Techniken lag in den Händen von:
- Großmeister Franz-Josef Wolf (6. DAN SillaGumDo), Gründer dieser Schwertkunst
- Meisterin Karla Kalkhoff (3. DAN SillaGumDo), angreist aus Aachen
- Martin Zingel (Beisitzer), angereist aus Tiel, Niederlande

Ebenfalls vor Ort war Trainer Pierre van Bentum, der seine Schützlinge mental und fachlich durch diesen fordernden Tag begleitete.
Die Prüflinge und ihre Ziele
Fünf Kampfkünstler traten an, um ihre monate- oder gar jahrelange Vorbereitung unter Beweis zu stellen:
- Zum 1. DAN (Meistergrad): Jarrett Hermelijn (Culemborg, NL) und Nils Weber (Herzebrock)
- Zur 1. Teilprüfung zum 2. DAN: Joachim Brückner (Görlitz) und Nils Schürer (Harsewinkel)
- Zum 2. DAN: Thomas Weber (Herzebrock)
Der Prüfungsverlauf: Scharfe Klingen und höchste Konzentration
Punkt 10:00 Uhr begann die Prüfung. Die Atmosphäre in der Halle war von Beginn an von einer feierlichen, aber auch anspannenden Ernsthaftigkeit geprägt. Besonders für die Anwärter des ersten Meistergrades (1. DAN) war dieser Tag emotional geladen: Es war ihre allererste Prüfung, die sie mit einem scharfen Schwert absolvierten. Jeder Schritt, jeder Zug und jeder Schlag verlangte absolute Achtsamkeit.

Das Programm war extrem umfangreich und forderte den Teilnehmern bis zum Ende um 15:00 Uhr alles ab. Die gezeigten Inhalte spiegelten das tiefe Spektrum des SillaGumDo wider:
Anforderungen zum 1. DAN
Jarrett Hermelijn und Nils Weber mussten den kompletten Lernstoff der drei vorherigen Schülerprüfungen (KUP) sowie die neuen Meisteranforderungen fehlerfrei abrufen:
- 13 Grundschläge, 9 Züge und 9 Zugformen
- Die komplette 1. Schwertform (Teil 1–3) sowie die 2. Schwertform (Meisterform)
- 12 Sterne, 8 Blöcke und eine Blockform
- 4 Kampfformen sowie 8 Arten der Schlagabwehr (gegen 4 Angriffshöhen von 2 Seiten)
- 4 Kombinationsschläge und 4 Stiche
- Die Praxis: 6 präzise Zeitungsschnitte und das fehlerfreie Meistern der Schnittgasse an 4 Tatami-Rollen.
Anforderungen zur 1. Teilprüfung (nach dem 1. DAN)
Joachim Brückner und Nils Schürer bewiesen ihre Weiterentwicklung durch fortgeschrittene und teils akrobatische Elemente:
- Atemform, besondere Grundschläge, Schwertzüge und Zugformen
- Blockform, gezielte Stiche auf Objekte und Schwertabwehr gegen einen Gegner
- Die anspruchsvolle Langform sowie die Kampfformen 1 und 2 inklusive dynamischer Verbindungselemente
- Rollen mit dem Schwert
- Die Praxis: Zeitungsschnitte sowie spektakuläre Schnitttests an Tatami-Reisstrohmatten direkt aus dem Sprung.
Anforderungen zum 2. DAN
Thomas Weber zeigte die Reife und die fließende Beherrschung der Waffe, die für den zweiten Meistergrad unerlässlich sind:
- Die meditative und kraftvolle Atemform in allen 3 Teilen
- Alle 4 Kampfformen, nahtlos verbunden durch Übergangselemente
- Komplexe Kampfformen gegen 2 Gegner sowie die freie Abwehr mit dem Schwert gegen 3 Angreifer gleichzeitig
- Die Praxis: 4 präzise Zeitungsschnitte direkt aus dem Umkehrzug, 4 Tatami-Schnitte an 2 Rollen sowie die meisterhafte Kreisform mit 6 Schnitttests.
Ein seltenes Lob vom Großmeister
Sowohl die Schüler als auch die bereits graduierten DAN-Träger lieferten eine durchweg ordentliche und beeindruckende Leistung ab. Vor den strengen Augen des Prüfungskomitees hielten alle Prüflinge dem enormen Druck stand. Am Ende kam es zu einem ganz besonderen Moment: Der Großmeister sprach ein seltenes Lob aus – eine Anerkennung, die in dieser Form nur Ausnahmetagen vorbehalten ist. Alle Teilnehmer bestanden die Prüfung mit Bravour.
Nachdem die Erleichterung einkehrte und die Urkunden überreicht waren, fand der Tag beim traditionellen gemeinsamen Essen – dieses Mal im nahegelegenen Marienfeld – einen harmonischen und gebührenden Ausklang.
Ein ganz besonderer Dank gilt dem Großmeister Franz-Josef Wolf und der Meisterin Kalkhoff für ihren unermüdlichen Einsatz, die Mühen der Anreise und ihren stets abfragbaren Rat, der den Sportlern den Weg weist. Ebenso bedankt sich die Gemeinschaft herzlich beim Herzebrocker Sportverein sowie bei der Gemeinde Herzebrock-Clarholz für die hervorragenden sportlichen Möglichkeiten und die stets gute, verlässliche Betreuung vor Ort.

Das Gruppenbild zeigt von links nach rechts:
Pierre van Bentum, Jarrett Hermelijn, Culemborg, NL – Nils Weber, Thomas Weber, Herzebrock – Großmeister Franz Josef Wolf, Meisterin Karla Kalkhoff, Aachen – Martin Zingel, Tiel, NL – Nils Schürer, Harsewinkel – Joachim Brückner, Görlitz

